Wissenschaftliche Studien zur Schafgarbe

Die Schafgarbe (Achillea millefolium) aus der Familie der Korbblütler wird seit dem Altertum als Heilpflanze geschätzt und genutzt. Der griechische Held Achilles hat der Legende nach seine Wunden mit Schafgarbe behandelt und gab ihr dadurch den lateinischen Namen „Achillea“. Auch Hildegard von Bingen (1098 – 1179) geht in ihrem medizinischen Werk „Physica“ auf die Vorzüge der alten Krautpflanze ein.

Bis zum heutigen Tag wird die Schafgarbe nach alter Tradition erfolgreich angewandt, doch erst seit den 1950er Jahren beschäftigt sich auch die Forschung und Wissenschaft mit der Pflanze.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die die Wirksamkeit der Schafgarbe hinreichend belegen. Schafgarbe ist ein Naturheilmittel, welches auf sanftem Weg seine heilende Wirkung ausspielt. Besonders der beruhigende Einfluss der Achillea gilt als Indikator für die Heilpflanze. Davon profitieren sowohl Körper als auch Geist, wie eine Studie der Farmacologia Universidade Paranaense in Brasilien beweist.

Studie zur Wirkung von Schafgarbe als Anxiolytikum (Angstlösend)

Die Forscher konnten nachweisen, dass die Auswirkungen eines aus dem oberirdischen Teil der Schafgarbe gewonnenen Wasser-Alkohol-Extrakt bei Mäusen ähnlich wirkt wie der chemische Wirkstoff Diazepam.
Dieser Wirkstoff zählt zu den Benzodiazepine und wird in der Schulmedizin bei Schlafstörungen, Angstzuständen oder sonstigen Krankheitsbildern die Psyche betreffend, eingesetzt. Allerdings besteht bei Diazepam die Gefahr einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit. Aus diesem Grund kann der Wirkstoff vorrangig nur über einen kurzen Zeitrahmen verordnet werden. Die Forscher belegten, dass die Gabe des alkoholischen Extrakts der Schafgarbe genauso wirkt wie das abhängig machende Diazepam – allerdings ohne die Gefahren einer Abhängigkeit.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22155391

Studie zur Wirkung von Schafgarbe auf das Bakterium „Helicobactor pylori“

Das Bakterium „Helicobactor pylori“ kann sich innerhalb und unterhalb der Magenschleimhaut ansiedeln und großen Schaden anrichten. So machen Wissenschaftler unter anderem genau diesen Keim für die Entstehung von Gastritis, Magengeschwüren bis hin zum Magenkrebs verantwortlich. An der japanischen University of Toyama konnten Forscher die magenschützende Wirkung der Achillea nachweisen. In einer Kombination mit anderen Heilpflanzen extrahierten die Forscher ein wässriger Extrakt sowie das ätherische Öl der Schafgarbe.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22433535

Studie in Bezug auf die vaskuläre Entzündung

An der italienischen Universita in Padova sorgten Wissenschaftler für interessante Ergebnisse, wenn es um gefäßentzündungen geht. Die in der Schafgarbe enthaltenen Flavonoide und Kaffeesäurederivate der Achillea millefolium scheinen einen günstigen Einfluss auf das kardiovaskuläre System zu haben.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21684130

Studie in Bezug auf die blutdrucksenkende und kreislaufsteigernde Wirkung

An der Aga Khan University Medical Colleg in Pakistan wurde die blutdrucksenkende, kardio-depressive, gefäßerweiternde und die bronchenerweiternde Aktivität in Bezug auf die Einnahme von Achillea untersucht. In allen Bereichen konnten im Tierversuch positive Auswirkungen festgestellt werden.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20857434

Studien in Bezug auf die hemmende Wirkung auf Krebszellen

Gleich mehrere Studien beschäftigten sich mit der Verbindung zwischen den Inhaltsstoffen der Schafgarbe und Tumorzellen. Dabei zeigte sich, dass die in der Achillea enthaltenen Substanzen antioxidativ wirken. Die in der Schafgarbe enthaltenen Antioxidantien (Radikalfänger) können freie Radikale binden und teilweise vernichten.

Quellen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21821943
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26437391
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19075697

Studien zur antibakteriellen Wirkung

Zahlreiche Studien beschäftigen sich mit der antibakteriellen Wirkung von Schafgarbe. Insbesondere bezüglich der Keimabwehr, der Wundheilungsförderung und als Entzündungshemmer zeigen die wissenschaftlichen Untersuchungen positive Resultate. Verantwortlich dafür sind neben dem ätherischen Öl die Kombination der verschiedenen Inhaltsstoffe – besonders die Flavonoide.

Quellen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26437391
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22881142
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16872141
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10410963

Fazit zu den wissenschaftlichen Studien

Die Wirksamkeit der Schafgarbe wird mit Sicherheit weiter untersucht. Es ist auf jeden Fall erstaunlich, dass bereits die Menschen in der Antike instinktiv um die Effektivität der Schafgarbe wussten.

Aufgrund der hohen Konzentration der Inhaltsstoffe müssen beispielsweise auch Menschen mit empfindlicher Haut aufpassen, wenn sie die Schafgarbe frisch pflücken. Denn der austretende Saft der Pflanze kann zu einer ordentlichen Reizung führen.