Schafgarbe und Ihre Wirkung

Die Schafgarbe ist für eine positive Auswirkung auf viele ganz verschiedene Krankheitsbilder bekannt. Ein großer Teil der Beliebtheit liegt in der krampflösenden Wirkung der Schafgarbe, aber auch das Fehlen von bekannten Neben- oder Wechselwirkungen macht die Schafgarbe in allen Jahrhunderten zu einem gern verwendeten Heilkraut.

gesunde schafgarbe
ein Herz für das heilende Kraut

Dadurch ist die Schafgarbe sowohl in der Medizin als auch in der Homöopathie ein viel genutztes günstiges Heilkraut.

Eine weitere positive Wirkung war bereits im alten Griechenland bekannt. Auch Achilles verwendete schon dieses Kraut, um die Blutungen der Wunden seiner Soldaten und seiner eigenen zu stillen.

Daher auch der wissenschaftliche Name Achillea millefolium, den die Schafgarbe trägt. Heute ist Schafgarbe ebenfalls wieder wegen ihrer Wirkungen auf Darmkrankheiten beliebt. In der Frauenheilkunde wird die Pflanze auch gern eingesetzt. Hier sind vor allem die krampflösenden Wirkstoffe sehr hilfreich.

Die wirksamen Inhaltsstoffe

Die unterschiedlichen Teile der Pflanze enthalten eine unterschiedlich große Menge der verschiedenen wirksamen Inhaltsstoffe. Aber auch in den über 100 verschiedenen Arten der Schafgarbe ist der jeweilige Wirkstoffgehalt unterschiedlich hoch enthalten.

Im Prinzip sind aber meist die folgenden Inhaltsstoffe vorhanden:

  • Flavonoide
  • Gerbstoffe
  • Proazulen
  • Ätherische Öle
  • Chamazulen
  • Achillein
  • Kampfer
  • Bitterstoffe
  • Mineralien – besonders Kalium

Weitere Namen und die Wirkung im Detail

Nicht nur die Abstammung aus dem alten Griechenland wird über die Anlehnung an den Namen Achilles angedeutet, auch hierzulande pflegten die Soldaten ihre Wunden mit Schafgarbe und nannten sie Soldatenkraut. Viele der landläufigen und althergebrachten Namen, mit denen die Schafgarbe gemeint ist, weisen auf die jeweilige Wirkung des Heilkrauts hin.

So ist das Kraut wegen der blutstillenden Wirkung als Blutkraut bekannt. Auch den Titel Beilkraut oder den Namen Zimmermannskraut verdankt die Schafgarbe der wundheilenden Wirkung und ebenfalls dem schnellen Blutstillen von Wunden. Weitere Namen sind Frauenkraut oder Mutterkraut, weil die Schafgarbe eine krampflösende Wirkung bietet. Sie wird daher nicht nur bei Menstruationsbeschwerden genommen, sondern auch bei verschiedenen Beschwerden während der Schwangerschaft.

Am besten zeigt aber wohl der Name Grundheil die vielfältige Wirkung der Schafgarbe auf. Da die Pflanze für extrem viele Bereiche eingesetzt werden kann.

Sämtliche Magen-Darm-Krankheiten werden durch die krampflösende und entzündungshemmende Wirkung positiv beeinflusst. Außerdem regt sie die Produktion von Speichel und Galle an, was eine appetitanregende Wirkung hat. Da die Schafgarbe tatsächlich von den Fußgelenken bis zu den Zähnen ihre Wirkung entfaltet ist Grundheil ein passender Name für das Heilkraut.

Neben der krampflösenden Wirkung hat die Schafgarbe ebenfalls eine beruhigende Wirkung auf die verschiedenen Nervenbereiche des Patienten. Dadurch wird die Schafgarbe gern in der Homöopathie verwendet.

Wenn man sich einmal die komplette Palette der Wirkungsbereiche bei der Schafgarbe ansieht, kommt tatsächlich eine sehr lange Liste heraus. Deswegen ist der Begriff Grundheil für das Schafkraut wirklich eine perfekte Wahl. In der unten stehenden Liste sind die Beschwerden, bei denen die Schafgarbe nur einen nebensächlichen Anteil an der Linderung hat, noch nicht einmal aufgeführt.

So wird zum Beispiel auch Kopfschmerz unter den Beschwerden genannt, die gelindert werden sollen. Dabei hat die Schafgarbe aber nur einen begleitenden Wirkcharakter und nicht den Hauptanteil.

Hier also eine Übersicht über die verschiedenen Wirkungen, die Schafgarbe allein ohne weitere Medikamente haben kann:

• krampflösend
• beruhigend
• blutstillend
• entzündungshemmend
• blutdrucksenkend
• mindert Akne
• mindert Menstruationsbeschwerden
• fiebersenkend
• blutreinigend,
• appetitanregend
• abschwellend gegen Augenringe
• lindert Hämorrhoiden
• Blähungen
• regt Durchblutung an
• Durchfall
• lindert Gallenkoliken,
• mildert Krampfadern ab
• stärkt die Niere
• lindert Schuppenflechte,
• gegen Sonnenbrand
• Wechseljahrsbeschwerden
• lindert wunde Brustwarzen beim Stillen

Wirkung der verschiedenen Pflanzenteile

Die unterschiedlichen Pflanzenteile haben unterschiedlich starke und etwas andere Wirkungen. So ist die Wurzel laut alter Weisheit ein gutes Mittel gegen Zahnschmerzen und das ätherische Öl wirkt entzündungshemmend. Dazu wird das Öl zuvor per Wasserdampfdestillation aus den Blüten der Schafgarbe gewonnen.

Es wirkt zudem gegen Erkältungen und wird auch bei Atembeschwerden auf die Brust des Patienten aufgetragen. Der Tee aus den Blüten wirkt krampflösend auf den Magen oder den Darm, aber auch bei krampfartigen Beschwerden vor und während der Menstruation. Ebenso hat die Blüte der Schafgarbe eine ausgleichende Wirkung auf die typischen Beschwerden während der Schwangerschaft. Die morgendliche Übelkeit soll ebenso gelindert werden, wie teilweise auftretende Appetitlosigkeit.

Als Wickel, Tupfer oder Kompressen wird meist das oberirdische Schafgarbenkraut genutzt. Ebenfalls nur bestimmte Teile der Pflanze wirken gegen Bluthochdruck und verbessern die Durchblutung. Während jedoch alle oberirdischen Bestandteile des Krauts sowie der Blüten den Gallenfluss fördern können und gleichzeitig als Diuretikum wirken.

Krampflösend – Frauenleiden

Besonders Frauen wissen die krampflösende Wirkung zu schätzen. Prämenstruelle Beschwerden werden ebenso durch einen Tee gelindert, wie die Krämpfe während der Menstruation. Auch die blutstillende und zusammenziehende Wirkung der Schafgarbe trägt zur Linderung dieser Beschwerden bei.

Krämpfe und Verspannungen werden im kleinen Becken der Frau gelöst. Sowohl bei prämenstruellen Problemen als auch bei den typischen Beschwerden während der Wechseljahre sollen neben dem Schafgarbentee ebenfalls Sitzbäder aus dem getrockneten oder frischen Kraut sehr wirksam sein.

Wechseljahre und Hormone

In früheren Jahrhunderten tranken die Frauen bei der Niederkunft Tee aus den Blüten. Der sollte die Wehen erleichtern und die Krämpfe erträglicher machen. In der Schafgarbe sind jedoch auch Pflanzenteile enthalten, die eine hormonähnliche Wirkung besitzen.

Diese sogenannten Phytohormone (siehe auch http://www1.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d31/31a.htm ) sind während der Wechseljahre ein Ersatz für das fehlende Progesteron und können den Östrogenmangel lindern, indem sie die Produktion von Östrogen wieder etwas anregen.

Es wird behauptet, dass auch die Schmerzen und Schwellungen der Finger abmildert, die viele Frauen in den Wechseljahren haben. Durch eine harntreibende Wirkung soll die verbesserte Entwässerung und das Ausscheiden der Gifte durch den Urin positiv auf geschwollene Beine wirken.

Kompressen und Wickel

Zum ersten Mal kommen die meisten Nutzer mit Schafgarbe in Berührung, wenn es um die Akne geht. Dabei kann die Schafgarbe direkt frisch auf die Akne aufgelegt werden. Auch das Teekraut kann später als Kompresse gegen Akne eingesetzt werden.

Die Kompressen oder Wickel helfen aber ebenfalls wiederum bei Krämpfen und Menstruationsbeschwerden. Auch Blähungen oder Schmerzen im Magen- oder Darmbereich werden von einer warmen Kompresse aus Schafgarbe deutlich gelindert. Auf Galle, Leber und Nieren sollen warme Wickel oder Kompressen aus einem Schafgarbenaufguss ebenfalls eine schmerzlösende und lindernde Wirkung haben.

Sitzbäder mit Schafgarbe

Sitzbäder haben ebenfalls eine krampflösende Wirkung bei prämenstruellen Beschwerden oder den Leiden der Wechseljahre. Aber auch Darmbeschwerden, Koliken oder Hämorrhoiden und Krampfadern lassen sich durch ein Sitzbad behandeln. Hier kommt zusätzlich die antiseptische Wirkung der Schafgarbe zum Tragen. Krampfadern können ebenfalls von den Wirkstoffen der Schafgarbe in einem Sitzbad profitieren.

Erkältungen

Gegen Erkältungen hat sowohl der Tee aus Schafgarbenblüten eine positive Wirkung als auch das ätherische Öl der Blüten. Sowohl der Tee als auch das Öl können das Fieber bei einer Erkältung senken und die Beschwerden lindern. In den Apotheken und Reformhäusern ist inzwischen auch frisch gepresster Saft zu bekommen, der gerade bei einer Erkältung eine blutreinigende Wirkung bieten soll.

Beruhigend und doch anregend

Obwohl die Pflanze eine beruhigende Wirkung auf die Nervenbahnen aufweist, belebt sie doch gleichzeitig den ganzen Organismus. So wird die Durchblutung gefördert und der Gallen- und Speichelfluss angeregt. Doch diese belebende Wirkung bringt dem Organismus in Wirklichkeit eine Beruhigung, denn auch gegen Bluthochdruck wirkt die Verbesserung der Durchblutung nachhaltig.

Blutstillend und antiseptisch

Die wundheilende Wirkung des Heilkrauts ist seit vielen Jahrhunderten bekannt. Dabei hat die Schafgarbe zusätzlich eine starke antiseptische Eigenschaft, was eine Wundinfektion verhindert. So haben schon in den früheren Jahrhunderten die Soldaten Schafgarbe direkt als Wundverband auf offene Wunden gelegt.

Praktisch war dabei natürlich das weit verbreitete Vorkommen der Schafgarbe in ganz Europa und Asien. Die Schafgarbe wächst besonders an den Wiesenrändern nahezu überall wild. So konnten die Soldaten meist direkt neben dem Schlachtfeld das wichtige Heilkraut sammeln. Selbst im Ersten Weltkrieg war dies oft noch die einzige Behandlung für einen verwundeten Soldaten.

Dabei gab es nur sehr selten Infektionen, denn die antiseptische Wirkung gemeinsam mit der blutstillenden Wirkung verhalf der Wunde zu einer sehr schnellen sauberen Heilung. Nicht nur Achilles und seine Soldaten profitierten so von der Schafgarbe als natürlichem Wundheilmittel.

Schafgarbenöl und Schafgarbencreme

Aus den Blüten der Schafgarbe kann durch eine Destillation mit Wasserdampf ein ätherisches Öl gewonnen werden. Dieses eignet sich nicht nur als ätherisches Öl bei Erkältungen, sondern auch als Bestandteil von selbst gemachten Hautcremes. Pur kann das Öl aber auch als entzündungshemmendes Mittel auf geschwollene und stark beanspruchte Gelenke aufgetragen werden.

Schwangere tragen die Creme gern auf den Babybauch auf, da gleichzeitig die stark gespannte Haut gepflegt wird und die typischen Beschwerden während der Schwangerschaft gelindert werden können. Die Creme oder das Öl sollen auch gegen Ekzeme oder hormonell bedingten Haarausfall helfen. Die empfindliche Haut nach einer Chemotherapie soll ebenfalls durch eine Creme mit Schafgarbe wieder gestärkter und robuster werden.

Neben- und Wechselwirkungen

Es gibt nur wenige Menschen, die eine Überempfindlichkeit gegen die Pflanze aufweisen, diese Personen sollten selbstverständlich von einer Einnahme oder dem Auftragen der Schafgarbe absehen. Allergien gibt es ebenfalls so gut wie gar nicht. Lediglich Personen, die eine Allergie gegen andere Korbblütler aufweisen, sollten keine Schafgarbe verwenden.

Selbst eine ständige Einnahme von Produkten oder Tee aus Schafgarbe soll keine Nachwirkungen haben. Nebenwirkungen wurden von den Wissenschaftlern ebenfalls bisher nicht nachgewiesen. Auch mit anderen Medikamenten keine Wechselwirkungen. Diese Punkte machen dieses Kraut zu einer noch beliebteren Arznei in Medizin und Homöopathie, die sich zudem noch sehr leicht anwenden lässt und günstig ist.