Schafgarbe – das heilende Kraut des Achilles

Die Schafgarbe (Achillea millefolium) wurde im Jahr 2004 mit einem ganz besonderen Titel geschmückt: Vom Verband der Heilkräuterfreunde Deutschlands wurde sie zur „Heilpflanze des Jahres“ gewählt.

schafgarbe

Damit wird dieser Pflanzengattung, die der Familie der Korbblütler entspringt, eine verdiente und besondere Huldigung erwiesen. Schafgarbe wird hauptsächlich in der Naturheilkunde eingesetzt. Ihre entzündungshemmenden und wundheilenden Eigenschaften sorgen wie die krampflösenden und beruhigenden Attribute für eine wirksame Linderung bei einer Vielzahl an Beschwerden.

Der botanische Name der Schafgarbe – „Achillea“ – leitet sich einer Legende nach von dem griechischen Helden „Achilles“ ab. Der griechischen Mythologie zufolge behandelte er seine blutenden Kampfeswunden mit Schafgarbe und weil das mehrjährige Kraut bei ihm so erfolgreich wirkte, versorgte er zugleich seine verletzten Soldaten ebenfalls mit der Heilpflanze.

Auf diesen Seiten finden Sie ein prall gefülltes Beet an Informationen rund um die Schafgarbe. Wie wirkt sie? Wie wird sie angewendet? Welche Arten gibt es? Oder – ganz wichtig: Mit welchen Pflanzenarten kann die Schafgarbe leicht verwechselt werden? Es gibt Vertreter aus der Pflanzenwelt, die toxische Auswirkungen auf den Menschen haben, optische Doppelgänger. Sie finden fundierte Informationen über das Heilkraut – damit Sie immer auf die „richtige“ Schafgarbe setzen!

Was ist die Schafgarbe?

Bei Schafgarbe handelt es sich um eine alte, klassische Heilpflanze. Ihre Bezeichnung entlehnt sich dem Althochdeutschen „garwe“ – was frei übersetzt so viel wie „Heiler“ oder „Gesundmacher“ bedeutet. Der erste Teil der Bezeichnung kommt von der Liebe der Schafe zu der Pflanze – Schafe mögen das Kraut außerordentlich gerne und fressen es als Erstes beim Betreten einer neuen Futterwiese.

Die Schafgarbe ist eine Pflanzengattung der Korbblütler und sie gehört zur Unterfamilie der Asteroideae. Die krautige Pflanze kann eine Wuchshöhe von bis zu 80 Zentimetern erreichen, in Einzelfällen sogar bis 150 Zentimeter. Besonders während der Blütezeit verströmt sie einen aromatischen Duft.

Der Schafgarbe als Heilpflanze eilt seit Urzeiten ein positiver Ruf voraus. Nicht nur beim Menschen kann sie die Gesundheit positiv beeinflussen, auch bei einigen Haustieren zeigt sie eine angebrachte Wirkung.

Sie hat ihren Lebensraum dank ihrer Anpassungsfähigkeit in nahezu alle Regionen der Erde verstreut. Von Amerika über Europa, Afrika, Asien und hoch bis in die nördlichen Weiten Skandinaviens durchzieht die Krautpflanze Wiesen, Äcker, Weiden und Wegesränder.

Achillea ist ein mehrjährig wachsendes Kraut. Die ersten Blätter treiben im Frühjahr rosettenartig aus, gefolgt von einem äußerst zähen Stängel. Die gefiederten Blätter brachten ihr beispielsweise den Namen „Tausendblatt“ ein. Doch nicht nur diese Bezeichnung wird umgangssprachlich für die Schafgarbe verwendet, sie ist unter anderem als Achilleskraut, Augenbraue der Venus, Blutstillkraut, Frauenkraut, Gotteshand, Jungfrauenkraut, Margaretenkraut, Teekraut oder Lämmerzunge bekannt, um einige Beispiele zu nennen.

In der alten Volksheilkunde spielte die Schafgarbe eine wichtige Rolle. So wurden während der dunklen Zeitepoche der Pest Kränze aus Schafgarbe geflochten, um damit die Hauseingänge zu behängen. Damit glaubten sich die Menschen gefeit gegen die todbringende Erkrankung.

Interessant: Da die Schafgarbe zur Stillung des Blutes fungiert, wird sie im homöopathischen Bereich als Mittel gegen Nasenbluten verwendet. Aber – wer sich ein Blatt der Schafgarbe direkt in die Nase steckt, ruft eine Blutung erst hervor. Diesen Umstand machten sich Schulkinder in früheren Jahrhunderten gerne zunutze, um nicht zum Unterricht zu müssen.

Heute wird sie beispielsweise bei Beschwerden im Verdauungstrakt, bei Nierenschwäche, bei Rheuma, bei Menstruationsbeschwerden und vielen weiteren Erkrankungen verabreicht.

Wie bei allen Heilpflanzen, lautet jedoch auch hier die Devise – bei unklaren Symptomen und vor einer Selbstbehandlung ist ein Arzt zuerst der richtige Ansprechpartner.

Geschichte und Herkunft der Schafgarbe

Achille, der Held der griechischen Mythologie, als Namensgeber der Schafgarbe

Um die Geschichte des Heilkrautes ranken sich mehr oder wenige mystische Sagen. So lautet eine etwas abenteuerliche Legende von rostigen Spänen, die während des trojanischen Krieges am Speer von Achilles abplatzen. Aus diesen Spänen erwuchs die Schafgarbe. Eine andere Geschichte rankt sich ebenfalls um einen Achilles, allerdings um den Lehrling von Chiron, dem Zentaur. Demnach hat Chiron seinem Schützling das Wissen um die Heilkräfte der Pflanze weitergegeben.

Auch eine Liebesgöttin spielt bezüglich der Geschichte von Schafgarbe eine muntere Rolle. Angeblich – so die Legende – hat die Liebesgöttin Aphrodite den Helden Achilles mit Schafgarbe behandelt, als er verletzt aus einer Schlacht zurückkehrte. Er blutete, sie legte Schafgarbe auf die Wunden und der Heilungsprozess setzte sofort ein.

Somit ist weder die Geschichte noch die Herkunft eindeutig belegt. Überlieferungen zufolge wurden im Blumengrab von Shanidar Reste der Schafgarbe gefunden. Dieses Grab ist knapp 50.000 Jahre alt und liegt im heutigen Irak.

Seit der Antike ist Achillea als Heil-, Frauen- und auch als Oraklepflanze bekannt. Zuerst galt sie als Mittel erster Wahl bei Verwundungen, die durch eiserne Schwerter entstanden sind, später wurde ihre lindernde und krampflösende Wirkung bei Frauenleiden entdeckt.

Die Schafgarbe im Überblick

Die Pflanze ist ein echter Kosmopolit, sie hat sich im Laufe der Zeit ihrem Lebensraum angepasst, was letztendlich ein enormes Artenreichtum innerhalb der Gattung hervorbrachte. Experten vermuten, dass es rund um den Erdball etwa 100 bis 200 verschiedene Arten der Achillea gibt. Sie hat sich mit ihrem jeweiligen Lebensraum perfekt abgestimmt.

Im Alpenland finden sich die „schwärzliche Schafgarbe“ (Achillea astra L.) oder die weißwollige Schafgarbe (Achillea nana L.) sowie die Moschusschafgarbe (Achillea moschata). Unter den Alpenbewohnern dürfte es nur wenige geben, die die Vorzüge der krautigen Pflanze nicht zu schätzen wissen.

Schöne Sommer-Wiese mit vielen Schafgarben

Zu den bekanntesten, einheimischen Arten gehört die „Gemeine Schafgarbe“ ( Achillea millefolium), die auch als „Gewöhnliche Schafgarbe“ bekannt ist. Diese Art wird hauptsächlich in der Heilkunde genutzt. Die Farbenpracht der Blüten erstreckt sich von Weiß über Gelb, Orange bis hin zu einem kräftigen Rot.

Die Gelbschafgarbe und die Rotschafgarbe sind vermehrt in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Kroatien und in der Schweiz beheimatet.

Alle Arten – die sich untereinander optisch sehr ähneln können – gleichen sich in ihrer Robustheit, Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit

die gelbe schafgarbe

Die Rote Schafgarbe

Die Samen

Die Pflanze

Standort und Vorkommen

Die Ernte / Trocknen

Die Inhaltsstoffe

Die Artenvielfalt der Pflanze macht es fast unmöglich, die Inhaltsstoffe mengenmäßig exakt zu bestimmen. Zudem enthalten die verschiedenen Pflanzenteile unterschiedliche wirksame Inhaltsstoffe. Insgesamt wurden bisher über 80 wirksame Inhaltsstoffe nachgewiesen.

Eine enorm hohe Zahl wirksamer Substanzen verstecken sich in dem ätherischen Öl der Achillea. Allerdings hängt der Anteil des ätherischen Öls von der Herkunft der Pflanze ab. Im Durchschnitt enthält die mehrjährige Pflanze schätzungsweise 0,2 Prozent ätherisches Öl. Dieses wird per Wasserdampfdestillation gewonnen. So werden rund 600 Kilo der Achillea benötigt, um daraus 1 Kilo des wertvollen Öls zu gewinnen.

Generell sind folgende Inhaltsstoffe enthalten:

Flavonoide

Proazulen

Achillein

Kampfer

Kaffeesäurederivate

Die Wirkung im Detail

Das Kraut ist seit langer Zeit für eine ausgezeichnete Wirkung auf die Gesundheit bekannt. Die blutstillenden Eigenschaften der Heilpflanze wurden bereits von Achilles im antiken Griechenland erkannt.

Heute wird sie neben der Wundheilung besonders bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt oder bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt.

Da es sich um ein sanftes Naturheilmittel handelt, ist bei unklaren Symptomen oder starken Schmerzen immer zuerst ein Arzt aufzusuchen. So wirksam das Heilkraut auch sein mag, eine medizinisch gesicherte Diagnose steht selbstredend im Vordergrund.

Sie wirkt beruhigend und krampflösend. Der Gallenfluss wird gefördert und die Inhaltsstoffe legen sich wie ein Schutzfilm auf gereizte Schleimhäute. Die antibakterielle Wirkung kann sowohl innerlich als auch äußerlich genutzt werden.

Dem ätherischen Öl der Schafgarbe wird eine gute Wirkung zugeschrieben, wenn es um entzündliche Prozesse geht. Das ätherische Öl wird per Wasserdampfdestillation aus den Blüten gewonnen. Damit wird natürlich ein breiter Wirkungsgrad abgedeckt, denn von einer Erkältung bis hin zu einer Schleimhautentzündung spielen Keime eine wichtige Rolle.

Die beruhigende Wirkung konzentriert sich bei der Anwendung nicht nur auf die inneren Organe, sondern erstreckt sich auf das Nervenkostüm. Selbst auf die Psyche wirkt die Pflanze beruhigend. Bei Versuchen mit Tieren reduzierte sich deren Angstverhalten nach der Gabe von Achillea.

Quelle hierzu –> https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22155391

Je nach verwendetem Pflanzenteil ergeben sich verschiedene Wirkweisen. So soll etwa die Wurzel der Pflanze ein gutes Mittel bei Zahnschmerzen sein – vorausgesetzt, es handelt sich nicht um einen behandlungsbedürftigen Zahn, bei dem nur noch ein Dentist helfen kann.

Viele Frauen werden während der Menstruation von krampfartigen Schmerzen begleitet, hier wirkt die Schafgarbe lindernd und entkrampfend. Überhaupt kann ein Tee mit Schafgarbe einen gereizten Magen ebenso beruhigen wie einen aufgeblähten Darm.

Die Anwendungsmöglichkeiten

In der Homöopathie werden der Achillea millefolium sehr viele Anwendungsmöglichkeiten zugesprochen. So sind etwa Teezubereitungen besonders bei Beschwerden im Bereich Magen-Darm angezeigt. Aber auch bei anderen Schmerzuständen – etwa bei der Menstruation oder einer leichten Gallenkolik – ist ein Tee eine gute Alternative zur Schmerztablette. Neben der innerlichen Anwendung kann es auch äußerlich in Form von Kompressen, Bädern oder Wickel angewandt werden.

Besonders beliebt sind sogenannte „Leberwickel“. Schmerzen im Bereich der Leber, die etwa aus einer zu fettreichen Mahlzeit vorübergehend auftreten können, werden mit einem Wickel behandelt, der mit einer Kompresse und Schafgarbe getränkt ist. Die Achiellea „zieht“ den Schmerz aus dem Körper – zumindest berichten das einige Anwender.

Innere Anwendungsmöglichkeiten

Appetitlosigkeit

Durchfall / Blähungen

Bluthochdruck

Diabetes

Durchblutungsstörungen

Erkältung

Gallenkolik

Gastritis

Kopfschmerzen

Menstruationsbeschwerden

Nierenschwäche

Wechseljahresbeschwerden

Äußerliche Anwendungsmöglichkeiten

Akne und Pickel

Aufgesprungene und rissige Hände

Geschwüre

Hämorrhoiden

Sonnenbrand

Ekzeme

Schafgarbe und Haustiere

Schafe lieben die Garbe – daher die erste Silbe der Bezeichnung. Aber auch andere Haustiere profitieren von den Heilkräften dieser Pflanze. Besonders Pferde, Hunde – aber auch Geflügelhalter können auf die guten Eigenschaften der Krautpflanze zurückgreifen.

Auch eine Anwendung bei Großtieren wie Pferden ist seit vielen Jahrhunderten bekannt

Um die gefürchtete Kolik bei einem Pferd zu verhindern, kann Schafgarbe vorbeugend verabreicht werden. Viele Pferde bekommen gerne dann eine Kolik, wenn sie sich aufgeregt haben. Eventuell lässt sich die gefürchtete Darmkrankheit im Keim ersticken, wenn dem Tier Schafgarbe in die Heuraufe gelegt wird.

In der Tierheilkunde wird Schafgarbe immer dann verabreicht, wenn es sich um kurzzeitige Beschwerden des Verdauungsapparates handelt. Durchfälle oder Blähungen lassen sich damit effektiv bekämpfen – ganz ohne chemische Mittel.

Bei Hunden kann Schafgarbe unter das Futter gemischt werden, während eine alkoholfreie Tinktur beispielsweise bei Pfotenverletzungen eingesetzt werden kann. Das hat zwei entscheidende Vorteile: Einerseits sorgen die entzündungshemmenden Eigenschaften dafür, dass die Wundheilung rasch eintritt, andererseits ist es völlig ungefährlich, wenn die Tiere sich die ungewohnte Substanz von den Pfoten ablecken.

Dosierung und Einnahme

Wie bei den meisten Naturheilprodukten, hängt die richtige Dosierung von dem Beschwerdebild sowie von der Darreichungsform der Schafgarbe ab.

Tageshöchstdosis:

• 4 g Kraut
• 3 g Blüten
• 3 Teelöffel frischer Saft

Wer frische Garbe gesammelt hat, kann den Saft der gesamten Pflanze auspressen. Er beinhaltet die höchste Wirksamkeit, darf aber nur verwendet werden, solange er nicht zu gären beginnt.

Wichtig: Die Verwechslungsgefahr mit zwei optischen „Doppelgängern“ ist groß – und diese sind giftig! (Riesenbärenklau und Gefleckter Schierling). Deshalb nur dann sammeln gehen, wenn hier mit absoluter Sicherheit die richtige Pflanze erkannt wird!

 Schafgarbenprodukte im Überblick

Es gibt zahlreiche Produkte mit Schafgarbe. Oft werden den Produkten weitere Heilpflanzen zugesetzt, so dass eine Kombination die volle Heilkraft der Natur entfalten kann.

  • Frischsaft

Unerfahrenen Sammlern wird empfohlen, aufgrund der Verwechslungsgefahr mit anderen, toxischen Pflanzen nicht selbst Schafgarbe zu pflücken, um daraus Frischsaft herzustellen. Frischer Schafgarbensaft ist käuflich zu erwerben und enthält den puren, reinen Saft der gesamten Heilpflanze.

Zur Dosierung: 3 x täglich ein Teelöffel frischer Schafgarbensaft in ein Glas Wasser einrühren und trinken. Hilfreich bei allen Anwendungsgebieten, besonders wenn die Beschwerden mit Krämpfen einhergehen.

Äußerlich kann frischer Saft dazu verwendet werden, Wunden zu betupfen oder als Zusatz in ein Teilbad.

  • Schafgarbenkraut

Aus dem kraut kann Tee oder Frischsaft gemacht werden. Damit lassen sich beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen, Appetitlosigkeit oder Menstruationsbeschwerden behandeln.

  • Schafgarbentee

Schafgarbentee kann selbst aus gesammelten Pflanzenbestandteilen gemacht oder als fertige Mischung gekauft werden. Wahlweise gibt es den Tee lose abgepackt oder als Teebeutel. Beide Varianten beinhalten meist noch weitere Naturheilmittel, so dass sich ein breites Wirkspektrum ergibt.

Zur Dosierung: 1 Teelöffel getrocknete Blätter werden mit ¼ l kochendem Wasser angesetzt. Kurz ziehen lassen, danach abseihen und trinken. Je nach Beschwerdebild 3 – 4 mal täglich eine Tasse des Tee trinken.

Äußerlich kann den Tee genau wie der frische Saft zur Behandlung von Wunden, Geschwüren oder Hautreizungen verwendet werden.

Alternativ gibt es Tees zu kaufen, hier sollten natürlich die Dosierungsvorschriften des Herstellers beachtet werden.

  • Schafgarben Kapseln / Tabletten

Kapseln mit den Wirkstoffen der Schafgarbe werden mit Pulver gefüllt. Das Pulver wird in einem schonenden Verfahren aus den Bestandteilen der Schafgarbe gewonnen. Sowohl Tabletten als auch Kapseln sollten gemäß den Angaben des Herstellers dosiert werden.

Im Normalfall enthalten Kapsel zwischen 350 und 400 mg Trockenextrakt aus den Blättern und Blüten der Achillea.

  • Tinktur

Die Tinktur ein probates Mittel, um innere oder äußere Beschwerden zu lindern. Allerdings enthält eine Tinktur im Normalfall Alkohol – somit scheidet die Anwendung sowohl bei Kindern als auch bei Haustieren aus.

Eine Tinktur kann wie Tee angewandt werden. Übrigens lässt sich eine Tinktur sehr leicht selbst herstellen. Dazu wird ein Schraubglas etwa bis zur Hälfte mit getrockneten Blüten oder oder dem gesamten Kraut gefüllt und mit Doppelkorn oder Weingeist übergossen, bis sie bedeckt sind. Deckel drauf und zwei Wochen an einen warmen Ort stellen. Mittels eines Kaffeefilter kann nach zwei Wochen die Tinktur sauber in ein anderes Glas gefiltert werden.

  •  Öl

Das Kraut enthält wertvolle ätherische Öle, die somit in konzentrierter Form wirken. Es eignet sich für die Aromatherapie oder als Mittel zum Einreiben.

6 Tropfen vom reinen ätherischen Öl in eine Tasse Tee oder warmes Wasser geben und schluckweise trinken. Tee oder das Wasser sollten dabei nicht mehr heiß sein.

Soll das ätherische Öl auf eine Wunde oder Hautreizung aufgebracht werden, erstreckt sich die Dosierung auf 20 Tropfen pro 200 ml Wasser.

Zur Inhalation wiederum werden 15 Tropfen in eine Schüssel mit kochendem Wasser gegeben und der Dampf wird für rund 10 bis 15 Minuten eingeatmet.

  • Sitzbad

Für ein Sitzbad kann sowohl Schafgarbenkraut- als auch Tee genutzt werden. Wer fleißig selbst gesammelt hat, kann beispielsweise den Frischsaft für ein Sitzbad verwenden. Auch das ätherische Öl kann hier verwendet werden.

Für ein Sitzbad wird 100 Gramm getrocknetes Kraut der gesamten Pflanze in kaltes Wasser eingelegt. Über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag dem Bad zugeben.

Wenn es eilt, kann das Kraut auch mit 1,5 Liter kochendem Wasser übergossen werden, 20 Minuten stehen lassen und anschließend dem Bad zugeben.

  • Tropfen

Tropfen mit den Inhaltsstoffen der Schafgarbe bedeuten das Gleiche wie eine Tinktur.

  • Wickel

Wickel werden etwa bei Leberschmerzen gemacht, dazu wird Schafgarbenkraut je nach dem verwendet, was gerade greifbar ist. Das getrocknete Kraut kann genauso genutzt werden wie eine Tinktur oder Öl.

  • Pulver

Pulver aus der Schafgarbe wird in Kapseln gefüllt. Es gibt sogar leere Kapseln, die selbst befüllt werden können.

  •  Creme

Cremes dienen der Hautpflege und zur Versorgung kleinerer Hautbeschwerden. Eine Creme kann übrigens auch sehr leicht selbst hergestellt werden – dazu wird 100 g ungesalzene Butter erhitzt und mit 20 g frischer, zerkleinerter Schafgarbe vermengt. Abkühlen lassen, durch ein Tuch pressen und in entsprechende Behälter abfüllen.

  • Salbe

Salben werden in der Regel zur Behandlung äußerlicher Beschwerden eingesetzt. Mit den Wirkstoffen der Schafgarbe lassen sich kleinere Geschwüre, Sonnenbrand, Verletzungen oder sonstige Hautreizungen behandeln.

Mögliche Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind bei korrekter Anwendung keine bekannt – außer, es kommt zu einer allergischen Reaktion. Selbst, wer keine Allergie gegen die Heilpflanze hat, kann beim Pflücken des Krautes empfindlich reagieren. Der frisch austretende Saft der Pflanze kann durchaus hautreizend sein.

Verschiedene Anwender berichten davon, dass nach einer äußerliche Behandlung mit Frischsaft oder Öl die direkte Sonneneinstrahlung auf die behandelte Stelle eine Reizung auslöste.

Da in Bezug auf Schwangerschaft und Stillzeit noch nicht hinreichend untersucht wurde, sollte sicherheitshalber auf die Schafgarbe verzichtet werden. Das gilt vor allem für Schwangere, denn das Heilkraut hat einerseits eine wehenfördernde Wirkung. Zudem kann es andererseits eine Menstruationsblutung verstärken, was in der ersten Zeit einer Schwangerschaft fatal sein könnte.

  • Allergische Reaktion

Zumeist Menschen, die eine Allergie gegen Korbblütengewächse haben, können Schafgarbe nicht unbedarft einnehmen. Allergien zeigen sich in vielfältiger Weise. Bei äußerlicher Anwendung kann es zu einer juckenden Hautreizung kommen oder die behandelte Stelle rötet sich. Auch bei innerer Anwendung kann sich eine Reaktion auf der Haut zeigen.

Allergiker gegen Korbblütengewächse sollten sich bei der ersten Anwendung eine kleine Hautstelle suchen und dort Schafgarbe mit etwas Wasser verdünnt aufbringen. Normalerweise zeigt sich eine negative Reaktion der Haut recht schnell. Dieses Prozedere am nächsten Tag wiederholen und erst, wenn keinerlei Reizungen oder Rötungen auftreten, kann vorsichtig mit der Behandlung begonnen werden.

Ist die Schafgarbe giftig?

Meist sind bei Heilpflanzen einige Pflanzenbestandteile hochwirksam, andere hingegen hochgiftig. Bei der Schafgarbe ist das nicht der Fall.

Die gesamte Pflanze ist absolut ungiftig. Bei vielen Anwendungen wird auch die gesamte Pflanze genutzt. Aus Blüten und Blätter lässt sich Tee oder getrocknetes Kraut machen. Der Stängel kann ausgequetscht werden, um so Frischsaft zu erhalten.

Verwechslungsgefahr mit anderen Pflanzen

Die Schafgarbe ist überhaupt nicht giftig, aber sie hat giftige Doppelgänger. Unbedarfte und unerfahrene Sammler können die Schafgarbe durchaus mit den giftigen Doppelgängern verwechseln. Hierzu zählen etwa der Riesenbärenklau oder der Gefleckte Schierling.

Beim Riesenbärenklau ist die Verwechslungsgefahr nur kurzzeitig hoch, da er schnell wächst und zur Hochsaison allein schon aufgrund seiner Größe nicht mehr verwechselt werden kann. Dennoch – nicht zu vergessen, die etwas verkümmerten Exemplare, die vielleicht nicht ganz so groß wie normal werden, stellen optisch für ungeübte Sammler schon eine Gefahr dar.

Wissenschaftliche Studien

STUDIE IN BEZUG AUF DEN MAGEN-DARM-TRAKT UND DIE VERDAUUNG
STUDIEN ZUR BEHANDLUNG VON WUNDEN
STUDIEN ZUM MAGENSCHUTZ
STUDIEN ZUR BERUHIGENDEN WIRKUNG

 

Fazit

schafgarben.info

Die Schafgarbe ist ein altes Heilkraut, dessen Wirksamkeit einer Legende nach schon den griechischen Helden Achilles begeisterte. Immerhin dient er als Namensgeber für das mehrjährige Kraut, welches in Fachkreisen Achillea genannt wird. Die Schafgarbe hat viele weitere Bezeichnungen, so ist es unter dem Namen Bauchwehkraut, Frauenkraut, Augenbraue der Venus oder Wundkraut, um einige Beispiele zu nennen.

Schafgarbe hat sowohl entzündungshemmende als auch beruhigende und krampflösende Eigenschafte. In der traditionellen Heilkunde kommt es bei einer Vielzahl von Beschwerden zum Einsatz.

So wirkt es besänftigend, vermutlich aufgrund seiner Kombination der Inhaltsstoffe. Die entzündungshemmenden Wirkstoffe legen sich wie ein schützender Film auf die Schleimhäute. Zudem wird die Gallenproduktion angeregt – eine nur mäßig arbeitende Galle ist Ursache vieler Beschwerden im Magen-Darm-Bereich.

Achillea wächst wild auf Wiesen, Weiden oder am Wegesrand, allerdings sollten unerfahrene Sammler nicht einfach zugreifen, denn die Pflanze hat zwei gefährliche Doppelgänger – Riesenbärenklau und der Gemeine Schierling, beide Doppelgänger sind giftig. Deshalb sollten unerfahrene Anwender zur Sicherheit lieber auf die reichhaltige Produktauswahl im Handel zurückgreifen.

Auch wenn das Heilkraut von unschätzbarem Wert ist, die Einnahme ersetzt natürlich keinen Arzt. Die pflanzlichen Bestandteile wirken unterstützend auf den Organismus und können vorübergehende Beschwerden lindern. Schmerzhafte Zustände, unklare Erkrankungen oder lang anhaltende Symptome müssen immer ärztlich untersucht und diagnostiziert werden.

Zudem sollten Schwangere und Stillende sicherheitshalber auf die Anwendung verzichten, da es hier noch keine gesicherten Untersuchungen gibt.