Schafgarbe – das heilende Kraut des Achilles

Die Schafgarbe (Achillea millefolium) wurde im Jahr 2004 mit einem ganz besonderen Titel geschmückt: Vom Verband der Heilkräuterfreunde Deutschlands wurde sie zur „Heilpflanze des Jahres“ gewählt.

schafgarbe

Damit wird dieser Pflanzengattung, die der Familie der Korbblütler entspringt, eine verdiente und besondere Huldigung erwiesen. Schafgarbe wird hauptsächlich in der Naturheilkunde eingesetzt. Ihre entzündungshemmenden und wundheilenden Eigenschaften sorgen wie die krampflösenden und beruhigenden Attribute für eine wirksame Linderung bei einer Vielzahl an Beschwerden.

Der botanische Name der Schafgarbe – „Achillea“ – leitet sich einer Legende nach von dem griechischen Helden „Achilles“ ab. Der griechischen Mythologie zufolge behandelte er seine blutenden Kampfeswunden mit Schafgarbe und weil das mehrjährige Kraut bei ihm so erfolgreich wirkte, versorgte er zugleich seine verletzten Soldaten ebenfalls mit der Heilpflanze.

Auf diesen Seiten finden Sie ein prall gefülltes Beet an Informationen rund um die Schafgarbe. Wie wirkt sie? Wie wird sie angewendet? Welche Arten gibt es? Oder – ganz wichtig: Mit welchen Pflanzenarten kann die Schafgarbe leicht verwechselt werden? Es gibt Vertreter aus der Pflanzenwelt, die toxische Auswirkungen auf den Menschen haben, optische Doppelgänger. Sie finden fundierte Informationen über das Heilkraut – damit Sie immer auf die „richtige“ Schafgarbe setzen!

Übersicht

Was ist die Schafgarbe?

Bei Schafgarbe handelt es sich um eine alte, klassische Heilpflanze. Ihre Bezeichnung entlehnt sich dem Althochdeutschen „garwe“ – was frei übersetzt so viel wie „Heiler“ oder „Gesundmacher“ bedeutet. Der erste Teil der Bezeichnung kommt von der Liebe der Schafe zu der Pflanze – Schafe mögen das Kraut außerordentlich gerne und fressen es als Erstes beim Betreten einer neuen Futterwiese.

Die Schafgarbe ist eine Pflanzengattung der Korbblütler und sie gehört zur Unterfamilie der Asteroideae. Die krautige Pflanze kann eine Wuchshöhe von bis zu 80 Zentimetern erreichen, in Einzelfällen sogar bis 150 Zentimeter. Besonders während der Blütezeit verströmt sie einen aromatischen Duft.

Der Schafgarbe als Heilpflanze eilt seit Urzeiten ein positiver Ruf voraus. Nicht nur beim Menschen kann sie die Gesundheit positiv beeinflussen, auch bei einigen Haustieren zeigt sie eine angebrachte Wirkung.

Die Schafgarbe hat ihren Lebensraum dank ihrer Anpassungsfähigkeit in nahezu alle Regionen der Erde verstreut. Von Amerika über Europa, Afrika, Asien und hoch bis in die nördlichen Weiten Skandinaviens durchzieht die Krautpflanze Wiesen, Äcker, Weiden und Wegesränder.

Achillea ist ein mehrjährig wachsendes Kraut. Die ersten Blätter treiben im Frühjahr rosettenartig aus, gefolgt von einem äußerst zähen Stängel. Die gefiederten Blätter brachten ihr beispielsweise den Namen „Tausendblatt“ ein. Doch nicht nur diese Bezeichnung wird umgangssprachlich für die Schafgarbe verwendet, sie ist unter anderem als Achilleskraut, Augenbraue der Venus, Blutstillkraut, Frauenkraut, Gotteshand, Jungfrauenkraut, Margaretenkraut, Teekraut oder Lämmerzunge bekannt, um einige Beispiele zu nennen.

In der alten Volksheilkunde spielte die Schafgarbe eine wichtige Rolle. So wurden während der dunklen Zeitepoche der Pest Kränze aus Schafgarbe geflochten, um damit die Hauseingänge zu behängen. Damit glaubten sich die Menschen gefeit gegen die todbringende Erkrankung.

Interessant: Da die Schafgarbe zur Stillung des Blutes fungiert, wird sie im homöopathischen Bereich als Mittel gegen Nasenbluten verwendet. Aber – wer sich ein Blatt der Schafgarbe direkt in die Nase steckt, ruft eine Blutung erst hervor. Diesen Umstand machten sich Schulkinder in früheren Jahrhunderten gerne zunutze, um nicht zum Unterricht zu müssen.

Heute wird Schafgarbe beispielsweise bei Beschwerden im Verdauungstrakt, bei Nierenschwäche, bei Rheuma, bei Menstruationsbeschwerden und vielen weiteren Erkrankungen verabreicht.

Wie bei allen Heilpflanzen, lautet jedoch auch bei der Schafgarbe die Devise – bei unklaren Symptomen und vor einer Selbstbehandlung ist ein Arzt zuerst der richtige Ansprechpartner.

Geschichte und Herkunft der Schafgarbe

Achille, der Held der griechischen Mythologie, als Namensgeber der Schafgarbe

Um die Geschichte des Heilkrautes ranken sich mehr oder wenige mystische Sagen. So lautet eine etwas abenteuerliche Legende von rostigen Spänen, die während des trojanischen Krieges am Speer von Achilles abplatzen. Aus diesen Spänen erwuchs die Schafgarbe. Eine andere Geschichte rankt sich ebenfalls um einen Achilles, allerdings um den Lehrling von Chiron, dem Zentaur. Demnach hat Chiron seinem Schützling das Wissen um die Heilkräfte der Pflanze weitergegeben.

Auch eine Liebesgöttin spielt bezüglich der Geschichte von Schafgarbe eine muntere Rolle. Angeblich – so die Legende – hat die Liebesgöttin Aphrodite den Helden Achilles mit Schafgarbe behandelt, als er verletzt aus einer Schlacht zurückkehrte. Er blutete, sie legte Schafgarbe auf die Wunden und der Heilungsprozess setzte sofort ein.

Somit ist weder die Geschichte noch die Herkunft der Schafgarbe eindeutig belegt. Überlieferungen zufolge wurden im Blumengrab von Shanidar Reste der Schafgarbe gefunden. Dieses Grab ist knapp 50.000 Jahre alt und liegt im heutigen Irak.

Seit der Antike ist Achillea als Heil-, Frauen- und auch als Oraklepflanze bekannt. Zuerst galt sie als Mittel erster Wahl bei Verwundungen, die durch eiserne Schwerter entstanden sind, später wurde ihre lindernde und krampflösende Wirkung bei Frauenleiden entdeckt.

Die Schafgarben Pflanze

Die Schafgarben Pflanze ist ein echter Kosmopolit, sie hat sich im Laufe der Zeit ihrem Lebensraum angepasst, was letztendlich ein enormes Artenreichtum innerhalb der Gattung hervorbrachte. Experten vermuten, dass es rund um den Erdball etwa 100 bis 200 verschiedene Arten der Achillea gibt. Sie hat sich mit ihrem jeweiligen Lebensraum perfekt abgestimmt.

Im Alpenland finden sich die „schwärzliche Schafgarbe“ (Achillea astra L.) oder die weißwollige Schafgarbe (Achillea nana L.) sowie die Moschusschafgarbe (Achillea moschata). Unter den Alpenbewohnern dürfte es nur wenige geben, die die Vorzüge der krautigen Pflanze nicht zu schätzen wissen.

Schöne Sommer-Wiese mit vielen Schafgarben

Zu den bekanntesten, einheimischen Arten gehört die „Gemeine Schafgarbe“ ( Achillea millefolium), die auch als „Gewöhnliche Schafgarbe“ bekannt ist. Diese Art wird hauptsächlich in der Heilkunde genutzt. Die Farbenpracht der Blüten erstreckt sich von Weiß über Gelb, Orange bis hin zu einem kräftigen Rot.

Die Gelbschafgarbe und die Rotschafgarbe sind vermehrt in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Kroatien und in der Schweiz beheimatet.

Alle Arten – die sich untereinander optisch sehr ähneln können – gleichen sich in ihrer Robustheit, Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit

• Schafgarbe gelb

Die gelbe Schafgarbe gibt rein optisch bereits ein prachtvolles Bild ab. Ihre goldgelb leuchtenden Blüten zieren so manchen Hauseingang, zudem verdankt die Schafgarbe diesem kräftigen Gelbton weitere Bezeichnungen, etwa Goldgarbe oder Hohe Garbe. Zweiteres resultiert aus ihrer Größe, denn die gezogene gelbe Schafgarbe kann eine Wuchshöhe von 150 Zentimetern erreichen, auch wenn das ein etwas selteneres Bild ist. In vielen Parks oder in englischen Gärten erfreuen die „Achillea filipendulina“ (Coronation Gold) ihre Besucher. Diese Art stammt allerdings aus Nordamerika.

Die wildlebenden gelben Schafgarben erreichen höchstens eine Wuchshöhe von 120 Zentimetern, stehen aber ihren gezüchteten Verwandten in Sachen Farbenpracht in nichts nach.

In der Heilkunde wird die gelbe Schafgarbe genauso genutzt wie die artgleiche Pflanze mit weißen oder roten Blüten.

• Schafgarbe rot

Auch die rote Schafgarbe (Achillea roseoalba) punktet mit einer wunderschönen Optik. Die Wuchshöhe richtet sich genau wie bei der gelben Schafgarbe nach der Frage, ob es sich um eine wilde oder gezüchtete Pflanze handelt.

Generell kann über beide Arten gesagt werden, dass es spezielle Gartenzüchtungen gibt. Das Augenmerk der Botaniker richtet sich dann eher auf das Farbenspiel der Blüten, sodass letztendlich von einer Heilkraft nicht mehr viel übrig bleibt. Wer mit Schafgarbe seiner Gesundheit Gutes tun möchte, sollte auf die Arten zurückgreifen, die sich in freier Natur entfalten. Oder fertige Produkte mit Schafgarbe beziehungsweise Samen kaufen. Die Balkonpflanze aus dem günstigen Baumarkt eignet sich jedenfalls nicht als Quell der Gesundheit.

• Samen

Schafgarbe kann problemlos selbst gezogen werden. Dazu werden die Samen im Zeitraum zwischen Anfang April und Anfang Juni ausgebracht. Die Samen müssen nicht tief in das Erdreich eingedrückt werden, ein leichtes, oberflächliches Andrücken reicht vollkommen aus, da es sich bei der Pflanze um einen sogenannten Lichtblütler handelt. Allerdings ist es empfehlenswert, genügend Platz einzuplanen, da das Heilkraut von hoher Wuchshöhe ist. So sollten zwischen den einzelnen Samen 30 Zentimeter Platz gelassen werden.

Eine Überwinterung ist überhaupt kein Problem, sofern die Temperaturen nicht unter -30 Grad sinken, was hierzulande eher unwahrscheinlich ist. Die Samen können auch in einem Kübel ausgebracht werden, sofern es sich um ein hohes Gefäß handelt. Die Schafgarbe bildet recht lange Wurzeln aus.

• Pflanze

Die Pflanze mag es gerne sonnig und warm. Am wohlsten fühlt sie sich in einem durchlässigen und trockenen Boden. Jungpflanzen mögen beispielsweise überhaupt keine Staunässe, das dürfte so ziemlich das Einzige sein, was eine Schafgarbe zum Eingehen bringen könnte. Selbst eine heiße Trockenphase übersteht die Schafgarbe gut, auch wenn sie natürlich im Hochsommer bei großer Hitze sich über eine Gießkannen-Erfrischung freut.

• Standort und Vorkommen

Schafgarbe ist hierzulande weit verbreitet. Durch ihre verschiedenfarbigen Blüten geht sie gerne mal auf einer bunten Blumenwiese „unter“ und ist nicht auf den ersten Blick zu identifizieren. Sie wächst überall dort, wo es sonnig ist, bevorzugt auf Wiesen, Weiden, am Wegesrand aber auch gerne mal auf Schutthalden. Es ist eine absolut robuste und anspruchslose Variante der blühenden Pflanzen.

Wer die Heilpflanze selbst kultivieren möchte, hat entscheidende Vorteile gegenüber dem Sammeln wilder Exemplaren. Auf Wiesen oder am Wegesrand können die Pflanzen mit Düngemitteln oder Pflanzenschutzmitteln belastet sein. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich Hinterlassenschaften freilebende Tiere oder Hunde auf den Pflanzen befinden. Zudem minimiert das eigene Heranziehen der Schafgarbe die Verwechslungsgefahr mit ähnlich aussehenden, giftigen Pflanzen.

• Die Ernte / Trocknen

Bereits im Frühling können die kleinen Blätter geerntet werden, etwa um einen Salat damit anzureichern. Die Haupterntezeit ist natürlich der Hochsommer im Juli oder August. Erfahrene Kräutersammler empfehlen als richtigen Zeitpunkt für die Ernte sogar die Mittagshitze. Denn dann lässt sie sich einfacher trocknen. Zur Ernte wird die Pflanze circa eine Handbreit über dem Boden mit einem scharfen Messer durchtrennt.

Alle Bestandteile der Pflanze können verwendet werden. Sowohl die Blüten als auch die Blätter lassen sich frisch verwenden oder zur späteren Nutzung trocknen. Die Pflanzenbestandteile können für Tee, Tinkturen oder Bäder verwendet werden.

Eine Pflanze nach der Blüte beim „vertrocknen“

Das Trocknen ist recht unspektakulär: Einfach aus den geschnittenen Pflanzen einen Strauß binden und diesen kopfüber an einen überdachten, aber gut belüfteten Platz aufhängen. Ab und an sollte kontrolliert werden, ob der Strauß auch im Inneren genug Luft zur Trocknung bekommt, ansonsten wird er abgenommen und die inneren Pflanzenteile werden mit den äußeren ausgetauscht. Sobald sich die ersten teile lösen und vertrocknet auf die Erde fallen, kann das Kraut in ein Behältnis befüllt oder verwendet werden.

Die Inhaltsstoffe

Die Artenvielfalt der Schafgarbe macht es fast unmöglich, die Inhaltsstoffe mengenmäßig exakt zu bestimmen. Zudem enthalten die verschiedenen Pflanzenteile unterschiedliche wirksame Inhaltsstoffe. Insgesamt wurden bisher über 80 wirksame Inhaltsstoffe nachgewiesen. Eine enorm hohe Zahl wirksamer Substanzen verstecken sich in dem ätherischen Öl der Achillea. Allerdings hängt der Anteil des ätherischen Öls von der Herkunft der Pflanze ab. Im Durchschnitt enthält die mehrjährige Pflanze schätzungsweise 0,2 Prozent ätherisches Öl. Dieses wird per Wasserdampfdestillation gewonnen. So werden rund 600 Kilo der Achillea benötigt, um daraus 1 Kilo des wertvollen Öls zu gewinnen.

Generell enthält die Schafgarbe folgende Inhaltsstoffe:

• Flavonoide

Zahlreiche Studien belegen die hohe positive Wirkung von Flavonoiden auf den menschlichen Körper. Flavonoide sind Antioxidantien und sie schützen auf natürlichem Weg vor den freien Radikalen. Bisher sind etwa knapp 7.000 verschiedene Flavonoide erfasst und wissenschaftlich eingeteilt.

• Proazulen

Aus der Schafgarbe lassen sich vier verschiedene Proazulen gewinnen: Matricin, Achllicin, Achillin und Achillinin A. Während Matricin und Achillicin als entzündungshemmend eingestuft werden, wird Achillinin A sogar die Eigenschaft, sich gegen Krebszellen zu richten, zugesprochen.

• Achillein

Auch Achillein gehört zu den Alkaloide und soll wirksam gegen Entzündungsprozesse vorgehen.

• Kampfer

Kampfer ist ein Monoterpen, und ist ein bekannter Krampflöser. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte dieses Charakteristikum sogar nachgewiesen werden. Kampfer wird gerne gegen Rheuma oder bei Muskelschmerzen eingesetzt. Nicht nur in Form einer Heilpflanze, sondern auch als wirksame Substanz in Medikamenten. Im Dentalbereich wird mit Kampfer der Wurzelkanal desinfiziert.

Die hohe Wirksamkeit von Kampfer zeigt sich beispielsweise bei der Überdosierung: Die Wirkung auf das zentrale Nervensystem, die Nieren und die Atmungsorgane ist frappierend. In Schafgarbe sind allerdings so geringe Spuren dieses Monoterpen, daraus können keine Überdosierungen auftreten.

• Kaffeesäurederivate

Diese Substanz ist hauptverantwortlich für die Anregung des Gallenflusses. Es ist allgemein bekannt, dass eine verstärkte Gallensekretion etliche Magen-Darm-Beschwerden lindern kann.

Weitere Substanzen sind in unterschiedlichen Anteilen ebenfalls in der Schafgarbe nachgewiesen:

  • Gerbstoffe
  • Ätherische Öle
  • Chamazulen
  • Bitterstoffe
  • Phenolcarbonsäuren
  • Polyacetylene
  • Mineralien, hier sticht Kalium heraus

Die Wirkung der Schafgarbe

Schafgarbe ist seit langer Zeit für eine ausgezeichnete Wirkung auf die Gesundheit bekannt. Die blutstillenden Eigenschaften der Heilpflanze wurden bereits von Achilles im antiken Griechenland erkannt.

Heute wird Schafgarbe neben der Wundheilung besonders bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt oder bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt.

Da es sich um ein sanftes Naturheilmittel handelt, ist bei unklaren Symptomen oder starken Schmerzen immer zuerst ein Arzt aufzusuchen. So wirksam das Heilkraut auch sein mag, eine medizinisch gesicherte Diagnose steht selbstredend im Vordergrund.

Schafgarbe wirkt beruhigend und krampflösend. Der Gallenfluss wird gefördert und die Inhaltsstoffe legen sich wie ein Schutzfilm auf gereizte Schleimhäute. Die antibakterielle Wirkung kann sowohl innerlich als auch äußerlich genutzt werden.

Dem ätherischen Öl der Schafgarbe wird eine gute Wirkung zugeschrieben, wenn es um entzündliche Prozesse geht. Das ätherische Öl wird per Wasserdampfdestillation aus den Blüten gewonnen. Damit wird natürlich ein breiter Wirkungsgrad abgedeckt, denn von einer Erkältung bis hin zu einer Schleimhautentzündung spielen Keime eine wichtige Rolle.

Die beruhigende Wirkung konzentriert sich bei der Anwendung nicht nur auf die inneren Organe, sondern erstreckt sich auf das Nervenkostüm. Selbst auf die Psyche wirkt Schafgarbe beruhigend. Bei Versuchen mit Tieren reduzierte sich deren Angstverhalten nach der Gabe von Achillea.

Quelle hierzu –> https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22155391

Je nach verwendetem Pflanzenteil ergeben sich verschiedene Wirkweisen. So soll etwa die Wurzel der Pflanze ein gutes Mittel bei Zahnschmerzen sein – vorausgesetzt, es handelt sich nicht um einen behandlungsbedürftigen Zahn, bei dem nur noch ein Dentist helfen kann.

Viele Frauen werden während der Menstruation von krampfartigen Schmerzen begleitet, hier wirkt die Schafgarbe lindernd und entkrampfend. Überhaupt kann ein Tee mit Schafgarbe einen gereizten Magen ebenso beruhigen wie einen aufgeblähten Darm.

Die Anwendungsmöglichkeiten

In der Homöopathie werden der Achillea millefolium sehr viele Anwendungsmöglichkeiten zugesprochen. So sind etwa Teezubereitungen besonders bei Beschwerden im Bereich Magen-Darm angezeigt. Aber auch bei anderen Schmerzuständen – etwa bei der Menstruation oder einer leichten Gallenkolik – ist ein Tee eine gute Alternative zur Schmerztablette. Neben der innerlichen Anwendung kann Schafgarbe auch äußerlich in Form von Kompressen, Bädern oder Wickel angewandt werden. Besonders beliebt sind sogenannte „Leberwickel“. Schmerzen im Bereich der Leber, die etwa aus einer zu fettreichen Mahlzeit vorübergehend auftreten können, werden mit einem Wickel behandelt, der mit einer Kompresse und Schafgarbe getränkt ist. Die Achiellea „zieht“ den Schmerz aus dem Körper – zumindest berichten das einige Anwender.

Innere Anwendungsmöglichkeiten als Tee

  • Appetitlosigkeit

Appetitlosigkeit hat oft keine erkennbare Ursache. Vielleicht ist das Immunsystem nicht auf dem Posten, vielleicht „brütet“ der Körper etwas aus. Ein Tee mit Schafgarbe wirkt beruhigend und regt vor allem den Gallenfluss an, was wiederum das Hungergefühl bringt. Zudem wird die Durchblutung leicht gesteigert, was natürlich auch den Magen betrifft.

  • Durchfall / Blähungen

Durchfall oder Blähungen gehen oft mit Krämpfen einher. Die krampflösenden Inhaltsstoffe im Schafgarbentee wirken dagegen und helfen so dem Darm, sich wieder zu entspannen. Hält ein Durchfall länger als drei Tage an oder ist er sehr ausgeprägt, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da die Gefahr der Dehydration besteht.

  • Bluthochdruck

Bluthochdruck ist eine gefährliche Krankheit und sollte zu jedem Zeitpunkt ärztlich überwacht werden. Zu den ärztlich verordneten Medikamenten kann Schafgarbe leicht regulierend auf den Blutdruck einwirken – da es als blutdruckregulierend eingestuft wird.

  • Diabetes

bei Diabetes handelt es sich um eine schwere und chronische Stoffwechselerkrankung, bei der Heilkräuter nur eine untergeordnete Rolle spielen. Dennoch kann das Kraut insofern helfen, dass es eine allgemein positive Wirkung auf den gesamten Organismus hinterlässt.

  • Durchblutungsstörungen

Die in der Schafgarbe enthaltenen Alkaloide erleichtern dem Blut den Weg durch den Körper zum Herzen. Das wirkt Durchblutungsstörungen entgegen.

  • Erkältung

Bei einer Erkältung ist das körpereigene Abwehrsystem nahezu lahmgelegt. Man fühlt sich schwach, alles tut weh. Die ätherischen Öle der Schafgarbe wirken lindern und beruhigend auf die Atmungsorgane ein. Neben einem Tee kann beispielsweise auch die Brust mit Schafgarbenöl eingerieben werden. Das hat zweierlei Gründe: Einerseits dringen die Inhaltsstoffe durch die Haut ein, andererseits steigen Dämpfe durch die Körperwärme auf und werden eingeatmet. So entsteht ein doppelter, gesunder Effekt.

  • Gallenkolik

Eine Gallenkolik ist eine äußerst schmerzhafte Angelegenheit. Schafgarbe wirkt bei einer Gallenkolik doppelt: Eine bekannte Wirkung des Heilkrautes ist die Anregung des Gallenflusses. Zudem kommen die krampflösenden Eigenschaften zum Tragen.

  • Gastritis

Bei einer Gastritis handelt es sich um eine Magenschleimhautentzündung. Eine akute Gastritis kann mit Schafgarbe behandelt werden, denn die Wirkstoffe legen sich wie eine schützende Hand auf die entzündete Schleimhaut und beruhigen den aufgebrachten Magen.

  • Kopfschmerzen

Einige Patienten schwören bei Kopfschmerzen auf Schafgarbe. Vermutlich spielen auch hier die ätherischen Öle die Hauptrolle, sofern es sich tatsächlich um reine Kopfschmerzen ohne weitere Symptome handelt.

  • Menstruationsbeschwerden / Regelschmerzen

Vor allem der Tee der Schafgarbe lindert unangenehme Regelschmerzen

Nicht umsonst hat die Schafgarbe im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnung: „Frauenkraut“. Viele Frauen leiden monatlich unter krampfartigen Schmerzen, die sich mit Schafgarbe lindern lassen können.

  • Nierenschwäche

Gelegentlich resultiert eine leichte Nierenschwäche aus zu wenig Flüssigkeitsaufnahme. Wer reines Wasser nicht so gerne mag, kann seinen Nieren mit einem Tee aus Schafgarbe auf die Sprünge helfen.

  • Wechseljahresbeschwerden

Die Hormone stellen sich um – die zeit der Wechseljahre ist für viele Frauen sehr belastend. Die Wirkstoffe der Schafgarbe greifen beruhigend auf die Umstellung ein.

Äußerliche Anwendungsmöglichkeiten

  • Akne und Pickel

Akne ist nicht nur ein Problem in der Pubertät. Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Schafgarbe wirken auf die gereizte und entzündete Haut wie ein sanftes Balsam. Eine einfache Möglichkeit, gegen Akne vorzugehen, bieten Kompressen. Dazu Tee zubereiten und erkalten lassen. Anschließend können Tücher in den Tee eingetaucht, ausgewrungen und aufgelegt werden.

  • Aufgesprungene und rissige Hände

Aufgesprungene Hände sind äußerst schmerzhaft. Die Gründe für die Symptomatik rissiger Hände sind vielfältig – oft liegt es an der kalten Witterung oder am Umgang mit Chemikalien. Schafgarbe vermag Reizungen zu lindern, die Haut kann sich neu aufbauen. Auch zur Vorbeugung kann das Heilkraut in Form einer Creme zur Anwendung kommen.

  • Geschwüre

Es wird Schafgarbe nachgesagt, effektiv gegen Geschwüre vorzugehen. Dabei kann das Kraut natürlich nur unterstützend zu einer konventionellen, ärztlich verordneten Therapie angewandt werden.

  • Hämorrhoiden

Ein Sitzbad kann der lästigen Schwellung des Gesäßpolsters den Garaus machen. Die Anwendung erstreckt sich bei dieser Beschwerdeform nicht nur auf die rein äußerliche Anwendung in Form eines Sitzbades oder einer Creme, sondern kann mit einer Teezubereitung ideal abgerundet werden. Denn so wird der Körper von innen heruas mit der Wirkstoffvielfalt der Achillea versorgt.

  • Sonnenbrand

Bei einem Sonnenbrand ist schnelle Hilfe geboten. Wirksam sind kalte Kompressen mit Schafgarbe direkt auf die verbrannten Hautstellen.

  • Ekzeme

Manche Menschen bekommen bei extremen Wetterlagen Ekzeme an den Händen. Entweder durch Kälte im Winter oder durch die Hitze im Sommer. Einen medizinischen Hintergrund gibt es hier oft nicht. In solchen Fällen kann ein Teilbad den gereizten Händen Linderung verschaffen. Einfach etwas getrocknete Schafgarbe in eine Schüssel mit lauwarmen Wasser geben und die Hände für einige Minuten eintauchen. Die wundheilenden Eigenschaften sollten der Zellstruktur der Oberhaut gut tun.

Schafgarbe und Haustiere

Schafe lieben Schafgarbe – daher die erste Silbe der Bezeichnung. Aber auch andere Haustiere profitieren von den Heilkräften dieser Pflanze. Besonders Pferde, Hunde – aber auch Geflügelhalter können auf die guten Eigenschaften der Krautpflanze zurückgreifen.

Auch eine Anwendung bei Großtieren wie Pferden ist seit vielen Jahrhunderten bekannt

Um die gefürchtete Kolik bei einem Pferd zu verhindern, kann Schafgarbe vorbeugend verabreicht werden. Viele Pferde bekommen gerne dann eine Kolik, wenn sie sich aufgeregt haben. Eventuell lässt sich die gefürchtete Darmkrankheit im Keim ersticken, wenn dem Tier Schafgarbe in die Heuraufe gelegt wird.

In der Tierheilkunde wird Schafgarbe immer dann verabreicht, wenn es sich um kurzzeitige Beschwerden des Verdauungsapparates handelt. Durchfälle oder Blähungen lassen sich damit effektiv bekämpfen – ganz ohne chemische Mittel.

Bei Hunden kann Schafgarbe unter das Futter gemischt werden, während eine alkoholfreie Tinktur beispielsweise bei Pfotenverletzungen eingesetzt werden kann. Das hat zwei entscheidende Vorteile: Einerseits sorgen die entzündungshemmenden Eigenschaften dafür, dass die Wundheilung rasch eintritt, andererseits ist es völlig ungefährlich, wenn die Tiere sich die ungewohnte Substanz von den Pfoten ablecken.

Dosierung und Einnahme

Wie bei den meisten Naturheilprodukten, hängt die richtige Dosierung von dem Beschwerdebild sowie von der Darreichungsform der Schafgarbe ab.

Tageshöchstdosis:

• 4 g Schafgarbenkraut
• 3 g Schafgarbenblüten
• 3 Teelöffel frischer Schafgarbensaft

Wer frische Schafgarbe gesammelt hat, kann den Saft der gesamten Pflanze auspressen. Er beinhaltet die höchste Wirksamkeit, darf aber nur verwendet werden, solange er nicht zu gären beginnt.

Wichtig: Die Verwechslungsgefahr mit zwei optischen „Doppelgängern“ ist groß – und diese sind giftig! (Riesenbärenklau und Gefleckter Schierling). Deshalb nur dann sammeln gehen, wenn hier mit absoluter Sicherheit die richtige Pflanze erkannt wird!

Dosierung frischer Schafgarbensaft

3 x täglich ein Teelöffel frischer Schafgarbensaft in ein Glas Wasser einrühren und trinken. Hilfreich bei allen Anwendungsgebieten, besonders wenn die Beschwerden mit Krämpfen einhergehen.

Äußerlich kann frischer Schafgarbensaft dazu verwendet werden, Wunden zu betupfen oder als Zusatz in ein Teilbad.

Dosierung als Tee

1 Teelöffel getrocknete Blätter werden mit ¼ l kochendem Wasser angesetzt. Kurz ziehen lassen, danach abseihen und trinken. Je nach Beschwerdebild 3 – 4 mal täglich eine Tasse Schafgarbentee trinken.

Äußerlich kann ein Schafgarbentee genau wie der frische Saft zur Behandlung von Wunden, Geschwüren oder Hautreizungen verwendet werden.

Alternativ gibt es Schafgarbentee zu kaufen, hier sollten natürlich die Dosierungsvorschriften des Herstellers beachtet werden.

Sitzbad

Für ein Sitzbad wird 100 Gramm getrocknete Schafgarbe der gesamten Pflanze in kaltes Wasser eingelegt. Über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag dem Bad zugeben.

Wenn es eilt, kann die Schafgarbe auch mit 1,5 Liter kochendem Wasser übergossen werden, 20 Minuten stehen lassen und anschließend dem Bad zugeben.

Tinktur

Eine Tinktur kann wie Tee angewandt werden. Übrigens lässt sich eine Schafgarbentinktur sehr leicht selbst herstellen. Dazu wird ein Schraubglas etwa bis zur Hälfte mit getrockneten Schafgarbenblüten oder oder dem gesamten Kraut gefüllt und mit Doppelkorn oder Weingeist übergossen, bis sie bedeckt sind. Deckel drauf und zwei Wochen an einen warmen Ort stellen. Mittels eines Kaffeefilter kann nach zwei Wochen die Tinktur sauber in ein anderes Glas gefiltert werden.

Creme

Die meisten Cremes mit Schafgarbe enthalten weitere, wertvolle Substanzen aus der Natur. Deswegen richtet sich die Dosierung nach den Angaben des Herstellers.

Wickel

Ein Wickel oder eine Auflage kann über den tag verteilt immer wieder aufgelegt werden. Sofern die Haut nicht gereizt reagiert, kann ein Wickel beliebig oft wiederholt werden.

Pulver

Pulver aus Schafgarbe wird meist in Kapseln gefüllt, was die Einnahme natürlich erheblich erleichtert. Zudem kann eine etwaige Verordnung durch den Heilpraktiker exakt auf den Punkt eingehalten werden.

Tabletten und Kapseln

Bei Schafgarben Tabletten oder Kapseln empfiehlt sich die Einnahme genau nach den Vorgaben des Herstellers.

Ätherisches Öl

6 Tropfen vom reinen ätherischen Öl in eine Tasse Tee oder warmes Wasser geben und schluckweise trinken. Tee oder das Wasser sollten dabei nicht mehr heiß sein.

Soll das ätherische Öl auf eine Wunde oder Hautreizung aufgebracht werden, erstreckt sich die Dosierung auf 20 Tropfen pro 200 ml Wasser.

Zur Inhalation wiederum werden 15 Tropfen in eine Schüssel mit kochendem Wasser gegeben und der Dampf wird für rund 10 bis 15 Minuten eingeatmet.

Schafgarbenprodukte

Es gibt zahlreiche Produkte mit Schafgarbe. Oft werden den Produkten weitere Heilpflanzen zugesetzt, so dass eine Kombination die volle Heilkraft der Natur entfalten kann.

  • Frischsaft

Unerfahrenen Sammlern wird empfohlen, aufgrund der Verwechslungsgefahr mit anderen, toxischen Pflanzen nicht selbst Schafgarbe zu pflücken, um daraus Frischsaft herzustellen. Frischer Schafgarbensaft ist käuflich zu erwerben und enthält den puren, reinen Saft der gesamten Heilpflanze.

  • Schafgarbenkraut

Aus Schafgarbenkraut kann Tee oder Frischsaft gemacht werden. Damit lassen sich beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen, Appetitlosigkeit oder Menstruationsbeschwerden behandeln.

  • Schafgarbentee

Schafgarbentee kann selbst aus gesammelten Pflanzenbestandteilen gemacht oder als fertige Mischung gekauft werden. Wahlweise gibt es Schafgarbentee lose abgepackt oder als Teebeutel. Beide Varianten beinhalten meist noch weitere Naturheilmittel, so dass sich ein breites Wirkspektrum ergibt.

  • Schafgarben Kapseln / Tabletten

Kapseln mit den Wirkstoffen der Schafgarbe werden mit Pulver gefüllt. Das Pulver wird in einem schonenden Verfahren aus den Bestandteilen der Schafgarbe gewonnen. Sowohl Tabletten als auch Kapseln sollten gemäß den Angaben des Herstellers dosiert werden. Im Normalfall enthalten Kapsel zwischen 350 und 400 mg Trockenextrakt aus den Blättern und Blüten der Achillea.

  • Tinktur

Schafgarbe als Tinktur – ein probates Mittel, um innere oder äußere Beschwerden zu lindern. Allerdings enthält eine Tinktur im Normalfall Alkohol – somit scheidet die Anwendung sowohl bei Kindern als auch bei Haustieren aus.

  •  Öl

Schafgarbe enthält wertvolle ätherische Öle, die somit in konzentrierter Form wirken. Es eignet sich für die Aromatherapie oder als Mittel zum Einreiben.

  • Sitzbad

Für ein Sitzbad kann sowohl Schafgarbenkraut- als auch Tee genutzt werden. Wer fleißig Schafgarbe selbst gesammelt hat, kann beispielsweise den Frischsaft für ein Sitzbad verwenden. Auch das ätherische Öl kann hier verwendet werden.

  • Tropfen

Tropfen mit den Inhaltsstoffen der Schafgarbe bedeuten das Gleiche wie eine Tinktur.

  • Wickel

Wickel werden etwa bei Leberschmerzen gemacht, dazu wird Schafgarbenkraut je nach dem verwendet, was gerade greifbar ist. Schafgarbentee kann genauso genutzt werden wie eine Tinktur oder Öl.

  • Pulver

Pulver aus der Schafgarbe wird in Kapseln gefüllt. Es gibt sogar leere Kapseln, die selbst befüllt werden können.

  •  Creme

Creme mit Schafgarbe dient der Hautpflege und zur Versorgung kleinerer Hautbeschwerden. Eine Creme kann übrigens auch sehr leicht selbst hergestellt werden – dazu wird 100 g ungesalzene Butter erhitzt und mit 20 g frischer, zerkleinerter Schafgarbe vermengt. Abkühlen lassen, durch ein Tuch pressen und in entsprechende Behälter abfüllen.

  • Salbe

Salben werden in der Regel zur Behandlung äußerlicher Beschwerden eingesetzt. Mit den Wirkstoffen der Schafgarbe lassen sich kleinere Geschwüre, Sonnenbrand, Verletzungen oder sonstige Hautreizungen behandeln.

Mögliche Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind bei korrekter Anwendung keine bekannt – außer, es kommt zu einer allergischen Reaktion. Selbst, wer keine Allergie gegen die Heilpflanze hat, kann beim Pflücken des Krautes empfindlich reagieren. Der frisch austretende Saft der Pflanze kann durchaus hautreizend sein.

Verschiedene Anwender berichten davon, dass nach einer äußerliche Behandlung mit Frischsaft oder Öl die direkte Sonneneinstrahlung auf die behandelte Stelle eine Reizung auslöste.

Da Schafgarbe in Bezug auf Schwangerschaft und Stillzeit noch nicht hinreichend untersucht wurde, sollte sicherheitshalber auf die Schafgarbe verzichtet werden. Das gilt vor allem für Schwangere, denn das Heilkraut hat einerseits eine wehenfördernde Wirkung. Zudem kann es andererseits eine Menstruationsblutung verstärken, was in der ersten Zeit einer Schwangerschaft fatal sein könnte.

  • Allergische Reaktion

Zumeist Menschen, die eine Allergie gegen Korbblütengewächse haben, können Schafgarbe nicht unbedarft einnehmen. Allergien zeigen sich in vielfältiger Weise. Bei äußerlicher Anwendung kann es zu einer juckenden Hautreizung kommen oder die behandelte Stelle rötet sich. Auch bei innerer Anwendung kann sich eine Reaktion auf der Haut zeigen.

Allergiker gegen Korbblütengewächse sollten sich bei der ersten Anwendung eine kleine Hautstelle suchen und dort Schafgarbe mit etwas Wasser verdünnt aufbringen. Normalerweise zeigt sich eine negative Reaktion der Haut recht schnell. Dieses Prozedere am nächsten Tag wiederholen und erst, wenn keinerlei Reizungen oder Rötungen auftreten, kann vorsichtig mit der Behandlung mit Schafgarbe begonnen werden.

Ist die Schafgarbe giftig?

Meist sind bei Heilpflanzen einige Pflanzenbestandteile hochwirksam, andere hingegen hochgiftig. Bei der Schafgarbe ist das nicht der Fall. Die gesamte Pflanze ist absolut ungiftig. Bei vielen Anwendungen wird auch die gesamte Pflanze genutzt. Aus Blüten und Blätter lässt sich Tee oder getrocknetes Kraut machen. Der Stängel kann ausgequetscht werden, um so Frischsaft zu erhalten.

Verwechslungsgefahr mit anderen Pflanzen

Die Schafgarbe ist überhaupt nicht giftig, aber sie hat giftige Doppelgänger. Unbedarfte und unerfahrene Sammler können die Schafgarbe durchaus mit den giftigen Doppelgängern verwechseln. Hierzu zählen etwa der Riesenbärenklau oder der Gefleckte Schierling. Beim Riesenbärenklau ist die Verwechslungsgefahr nur kurzzeitig hoch, da er schnell wächst und zur Hochsaison allein schon aufgrund seiner Größe nicht mehr mit der Schafgarbe verwechselt werden kann. Dennoch – nicht zu vergessen, die etwas verkümmerten Exemplare, die vielleicht nicht ganz so groß wie normal werden, stellen optisch für ungeübte Sammler schon eine Gefahr dar.

Wissenschaftliche Studien

Studie in Bezug auf den Magen-Darm-Trakt und die Verdauung

Die Schafgarbe wird mit vielen Bezeichnungen betitelt. Eine davon ist „Bauchwehkraut“. Und das zurecht, denn Schafgarbe wirkt krampflösend und entzündungshemmend auf die Magenschleimhaut. Zudem wird der Gallenfluss angeregt, was die Verdauung ebenfalls erleichtert.

Eine österreichische Studie ergab, dass die Phenolische Inhaltsstoffe für die Wirksamkeit verantwortlich sind.

Quelle: http://othes.univie.ac.at/930/

Studien zur Behandlung von Wunden

Die Heilpflanze wurde von Achilles zur Wundversorgung genutzt. Offensichtlich mit Erfolg, denn der Held versorgte auch seine Soldaten mit der nach ihm benannten Achillea. Einige Wissenschaftler untersuchten die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung der Pflanze.

Die Ergebnisse belegen eindeutig, dass Schafgarbe tatsächlich sowohl entzündungshemmend als auch keimtötend wirkt. Zudem wird die Wundheilung gefördert.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26437391

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22881142

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10410963

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16872141

Studien zum Magenschutz

Eine Studie beschäftigte sich mit der Wirkung der Schafgarbe gegen das Bakterium „Helicopter pylori“, welches für Magengeschwüre verantwortlich ist. Neben der Schutzwirkung von Schafgarbe auf die Magenschleimhaut zeigte sich bei der wissenschaftlichen Arbeit zugleich eine positive Beeinflussung der Blutgefäße.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22433535

Studien zur beruhigenden Wirkung

Eine Untersuchung mit Tieren konnte belegen, dass Schafgarbe nachweislich eine beruhigende Wirkung auf das Angstempfinden hat. Offensichtlich hat Schafgarbe die gleichen Wirkungen wie der Wirkstoff Diazepam. Allerdings macht dieser Wirkstoff bei längerer Einnahme abhängig – Schafgarbe hingegen nicht.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22155391

Fazit

schafgarben.info

Schafgarbe ist ein altes Heilkraut, dessen Wirksamkeit einer Legende nach schon den griechischen Helden Achilles begeisterte. Immerhin dient er als Namensgeber für das mehrjährige Kraut, welches in Fachkreisen Achillea genannt wird. Schafgarbe hat viele weitere Bezeichnungen, so ist es unter dem Namen Bauchwehkraut, Frauenkraut, Augenbraue der Venus oder Wundkraut, um einige Beispiele zu nennen.

Schafgarbe hat sowohl entzündungshemmende als auch beruhigende und krampflösende Eigenschafte. In der traditionellen Heilkunde kommt es bei einer Vielzahl von Beschwerden zum Einsatz.

So wirkt es besänftigend, vermutlich aufgrund seiner Kombination der Inhaltsstoffe. Die entzündungshemmenden Wirkstoffe legen sich wie ein schützender Film auf die Schleimhäute. Zudem wird die Gallenproduktion angeregt – eine nur mäßig arbeitende Galle ist Ursache vieler Beschwerden im Magen-Darm-Bereich.

Achillea wächst wild auf Wiesen, Weiden oder am Wegesrand, allerdings sollten unerfahrene Sammler nicht einfach zugreifen, denn die Pflanze hat zwei gefährliche Doppelgänger – Riesenbärenklau und der Gemeine Schierling, beide Doppelgänger sind giftig. Deshalb sollten unerfahrene Anwender zur Sicherheit lieber auf die reichhaltige Produktauswahl im Handel zurückgreifen.

Auch wenn Schafgarbe ein Heilkraut von unschätzbarem Wert ist, die Einnahme ersetzt natürlich keinen Arzt. Die pflanzlichen Bestandteile wirken unterstützend auf den Organismus und können vorübergehende Beschwerden lindern. Schmerzhafte Zustände, unklare Erkrankungen oder lang anhaltende Symptome müssen immer ärztlich untersucht und diagnostiziert werden.

Zudem sollten Schwangere und Stillende sicherheitshalber auf die Anwendung von Schafgarbe verzichten, da es hier noch keine gesicherten Untersuchungen gibt.